Der frühe Vogel…

…hat auch im Bußgeldverfahren die Oberhand.

Ich war kürzlich in einer Bußgeldsache im schönen Brandenburg an der Havel. Dem Mandant war eine – noch relativ geringe – Geschwindigkeitsüberschreitung um 22 km/h vorgeworfen worden (das heißt leider gerade so 1 Punkt). Auf die Frage, wie es dazu kam, sagte er mir, er wurde von einem hinter ihm fahrenden Fahrzeug bedrängt und hat Beschleunigt, um den Abstand zu vergrößern und bei nächster Möglichkeit die Spur zu wechseln. Leider fand sich auf keinem der Beweisfotos ein anderes Fahrzeug, auch an der Messung war nicht viel zu rütteln. Denkbar schlechte Aussichten also.

Ich war dann ohne ihn beim Termin und hatte gleich den ersten Slot dieses Verhandlungstages erwischt. Die Richterin noch frisch und gut gelaunt, bevor sie sich an diesem Tag noch weiteren gefühlten 72 weiteren Verfahren und sicher haarsträubenden Erklärungsversuchen der Betroffenen stellen musste, hatte an diesem schönen Morgen beide Augen weit offen, sodass es ihr nur bedingt schwer fiel, die Einlassung meines Mandanten an sich positiv zu bewerten, ein Auge zu zu drücken und die Geldbuße auf         55 €, das heißt kein Punkt, zu reduzieren.

Auch Richterinnen und Richter sind eben nur Menschen…

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