Abfindungserklärung für lau!

Ich reguliere für einen Mandanten seinen bei einem Verkehrsunfall erlittenen Personenschaden. Der Unfallverursacher übersah, dass mein Mandant als Fußgänger „grünes Licht“ hatte und für ihn an. Immerhin stieg er aus, um den am Boden liegenden und schwer verletzten Mann zu betrachten, zu äußern „Ist ja nichts passiert“ und davon zu fahren. Nachdem die Polizei und der Notarzt vor Ort waren, kehrte der Unfallverursacher zurück, um sich von der anderen Straßenseite das Geschehen anzuschauen. Dabei wurde er von Unfallzeugen erkannt und von der Polizei gestellt.

Mein Mandant, ein älterer Herr, erlitt schwere Knieverletzungen, sodass nun in mehrer Operationen ein neues Kniegelenk eingesetzt werden musste. Er geht nunmehr an Krücken, hat dauerhaft Schmerzen und ist offensichtlich stark eingeschränkt.

Die HDI regulierte die Hälfte des geltend gemachten Schmerzensgeldes, ich klage nun den Rest ein.

Heute kriege ich einen Anruf von der Sachbearbeiterin bei der HDI mit der Frage, ob nicht eine Abfindungserklärung abgegeben werden könnte. Das heißt üblicherweise: Der Haftpflichtversicherer legt einen „Batzen“ Geld auf den Tisch, mehr als er eigentlich bereit wäre zu zahlen, und kauft sich somit auch aus der Haftung für Zukunftsschäden frei.

Verständlicherweise lautete meine Frage: „Welcher Betrag steht denn im Raum?“

Sachbearbeiterin: „Wir sind der Ansicht, dass wir eigentlich korrekt reguliert haben…“

Mit anderen Worten: Ich soll für meinen Mandanten eine Abfindungserklärung abgeben, der möglicherweise Spätschäden hat und kann ihm dafür nicht einmal einen Geldbetrag anbieten?

Trotz des wiiiirklich groooooßzügigen Angebotes der HDI habe ich dankend abgelehnt. Die Telefoniererei hätte man sich wirklich sparen können.

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